Das Wetter und der Klimawandel

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Der Eisfinger

Einem Kamerateam des BBC ist es gelungen, ein höchst erstaunliches Phänomen bei der Bildung von Meereis erstmals zu dokumentieren, ein nach unten wachsender Eisfinger, der in dem Moment, wo er den Meeresboden berührt zu einer tödlichen Bedrohung für alles umgebende Unterwasserleben wird. Die Zeitrafferaufnahmen wurden im Wasser unter einer sich bildenden Eisdecke im Ross-Archipel der Antarktis gemacht. Wenn salziges Meerwasser gefriert, bildet es eine Art Schwammstruktur aus Eis.
Unter dem Meereis wächst ein Eisfinger. Quelle: BBC
Diese enthält kleine Kanälchen mit einer hochgesättigten Salzlösung (Sole). Die eiskalte Sole tritt aus unzähligen Öffnungen an der Unterseite des neugebildeten Meereises aus und bewirkt ein beinahe schlagartiges Gefrieren des umgebenden Meerwassers. Da die Sole wegen des vielen gelösten Salzes schwerer ist als das Meerwasser sinkt sie nach unten. Um sie herum bildet sich ein nach unten wachsendes Netzwerk aus Eis, der Eisfinger, eine Art Eiszapfen, der schließlich den Meeresboden erreicht und  sofort gefrieren lässt und damit alles Unterwasserleben tötet.

Jens Christian Heuer

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